
Sarria ist einer der bekanntesten Ausgangspunkte auf dem Camino Francés. Der Grund ist nicht romantischer Natur, sondern zunächst einmal geografisch relevant. Von hier aus lässt sich die für die Compostela erforderliche Mindeststrecke zu Fuß zurücklegen. Trotzdem ist der Weg nicht nur eine verkürzte Variante des Jakobsweges, denn mehrere aufeinanderfolgende Wandertage stellen Anforderungen an den Körper. Die Infrastruktur der Strecke ist jedoch ab Sarria so gut ausgebaut, dass auch Menschen ohne wochenlange Pilgererfahrung ihren Weg gehen können.
Warum so viele Pilger den Jakobsweg ab Sarria starten
Wenn man den Jakobsweg ab Sarria startet, befindet man sich auf dem letzten galicischen Abschnitt des Camino Francés. Um die traditionelle Compostela zu erhalten, müssen zu Fuß mindestens 100 zusammenhängende Kilometer auf einer anerkannten Route nach Santiago absolviert werden. Beim Camino Francés gilt Sarria beziehungsweise auch das nahegelegene Barbadelo als passender Ausgangspunkt.
Ab Sarria nimmt die Anzahl der Pilger deutlich zu, insbesondere im Vergleich zu den weiter westlichen Abschnitten. Wenn Pilger die Einsamkeit und menschenleere Wege suchen, sollten sie das bei der Reiseplanung berücksichtigen. In frequentierten Monaten macht es Sinn, die Unterkünfte frühzeitig zu buchen oder einen Reiseveranstalter zu nutzen, der das übernimmt.
Fünf Wandertage vs. eine Tagestour
Wer sich zum ersten Mal auf eine Pilgerreise vorbereitet, sollte die Länge der einzelnen Etappen nie gesondert betrachten, denn es geht um die Belastung über mehrere Tage. Die offizielle Route von Sarria nach Portomarin umfasst zum Beispiel 22 Kilometer und führt über Wiesen und durch Wälder zum Rio Mino. Diese Distanz ist für geübte Wanderer kaum nennenswert, doch am nächsten Tag wartet keine Regeneration, sondern die nächste Etappe mit müden Beinen und ersten Druckstellen.
Die offiziellen Camino-Informationen empfehlen zur Vorbereitung, mit einstündigen Wanderungen zu beginnen und Dauer sowie Strecke nach und nach zu steigern, bis man etwa 20 Kilometern innerhalb von vier bis sechs Stunden bewältigen kann. Wer sonst kaum längere Strecken geht, sollte nicht gerade am ersten Pilgertag ausprobieren, wie sich 20 Kilometer mit Rucksack anfühlen.
Für die Vorbereitung sind außerdem gut eingelaufene Schuhe wichtig. Neue Wanderschuhe sind zwar schickt, führen aber oft unweigerlich zu Blasen und Druckstellen.
Weniger Gepäck sorgt für mehr Freiheit
Beim Packen für eine mehrtätige Wanderung ist man schnell verleitet, für jede Situation vorzubeugen. Auf dem Abschnitt zwischen Sarria und Santiago ist das selten nötig, wenn es gibt eine dichte Infrastruktur.
Jedes zusätzliche Kilogramm muss man über Stunden tragen und belastet damit Füße, Knie und Rücken. Sinnvoller als zahlreiche Outfits zum Wechseln sind funktionale Kleidungsstücke, denn die können miteinander kombiniert und unterwegs gewaschen werden.
Aufgrund der wechselhaften Wetterverhältnisse ist Regenbekleidung jedoch ein Muss. Am besten nutzt man vor dem Packen eine Checkliste, was im Rucksack beim Wandern nicht fehlen darf.
Der Pilgerausweis ist Pflicht für die Compostela
Um am Ende eine Compostela zu beantragen, muss ein voll geführter Pilgerausweis dabei sein. Auf der Mindeststrecke müssen die zurückgelegten Etappen durch Stempel dokumentiert werden. Wenn die Pilgerreise nur die erforderliche Mindestdistanz umfasst, verlangt das Pilgerbüro Nachweise über Start und Ende der einzelnen Etappen mit Datum.
Stempel gibt es entlang der Route unter anderem in Herbergen, Kirchen und anderen anerkannten Stellen. Um also am Ende wirklich eine Compostela in der Hand zu halten, muss man den Pilgerausweis vom ersten Meter an korrekt führen.
Die beste Reisezeit zum Pilgern variiert
Frühling und Herbst bieten oft angenehmere Temperaturen als der Hochsommer, in Galicien ist wechselhaftes Wetter aber ein Thema. Im Sommer haben die Wanderer mehr Sonnenstunden zur Verfügung, auf dem populären Abschnitt ab Sarria ist der Andrang aber groß.
Pauschal lässt sich keine Jahreszeit als „optimale“ deklarieren, denn es kommt auf die individuellen Bedürfnisse an. Wenn man gern mit anderen Pilgern gemeinsam geht und eine lebhafte Atmosphäre mag, sind die stärker frequentierten Monate gut. Wenn man hingegen lieber in Ruhe wandern möchte, sollte man die Hauptreisezeit meiden und bei den Tagesetappen möglichst früh losgehen.











